Neuro-motorische Funktionsanalyse (NMFA) –

Ausbildung für den Deutschen Schwimm-Verband

Für Sportwissenschaftler*innen, Physiotherapeut*innen und Athletiktrainer*innen

Seit 2021 richte ich die Seminare der „Neuro-motorischen Funktionsanalyse“ (NMFA) aus. Mit der NMFA sollen bundesweit neurozentrierte Ansätze ansätze im Schwimmsport verankert werden, damit die Therapeut*innen sowie Trainer*innen der Bundes- und Landesstützpunkte die Eliteschwimmer*innen ganzheitlicher betreuen können.

Neurozentrierte Trainings- und Therapiemethoden bieten ein enormes Potenzial, da sie Bereiche der Leistungsfähigkeit und Gesundheit adressieren, die durch biomechanisch ausgerichtete Methoden meist nicht berücksichtigt werden.

Die Ausbildung ist in 3 Module gegliedert, die Grundlagen und Spezifika der funktionellen Neurologie für den Schwimmsport vom Kindesalter bis zum Elite-Level beinhalten. Zwischen den Ausbildungsmodulen (je 3 Tage) wird die Entwicklung der Schüler*innen durch das Schreiben von Fallbeispielen und Coaching-Konsultationen gefördert. Sehen Sie die Module im Überblick in Abbildung 1 rechts.

Abbildung 1: Modularer Aufbau der NMFA. Fragezeichen: es sind weitere ergänzende Workshops für Spezialthemen angedacht.

 

Sie sind Sportwissenschaftler*in oder Physiotherapeut*in ? – Bringen Sie Ihre Fertigkeiten auf ein neues Level und integrieren Sie funktionelle Neurologie bei Ihren Schwimmer*innen!

Inhalte des NMFA – Level 1 Moduls:

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Grundlagen des neurozentrierten Ansatzes

Wie integriere ich das Nervensystem in Trainings- oder Therapieeinheiten? Wie kann ich testen, ob das Gehirn auf einen Reiz positiv oder negativ reagiert? Welche Systeme sind an der Bewegungssteuerung beteiligt und wie tragen sie zur Leistungsfähigkeit bei?

Identifizieren und Neutralisieren von Rezeptor-basierten Störungen

Wie teste ich Rezeptoren des propriozeptiven Systems? Woher weiß ich, auf welche Gelenke sie einen leistungshemmenden Effekt haben? Wie neutralisieren ich die Dysfunktionen? 

Neuro-funktionelle Tests des Kleinhirns

Das Kleinhirn leistet das „ABC der Bewegung“ – so ist diese Struktur ebenfalls für jede(n) Schwimmer(in) relevant. Wie teste ich das Kleinhirn und was mache ich mit den Ergebnissen? Lernen Sie wie man Koordination innerhalb von Minuten gezielt verbessern kann und somit technische Schwierigkeiten deutlich effektiver angehen kann.

Haltungs- und Bewegungsanalyse

Spielt Haltung überhaupt eine Rolle und wie kann ich es testen? Lernen Sie biomechanische UND neurologische Interpretationen der Gang- und Haltungsanalyse, sowie das Testing von wesentlichen funktionellen Bewegungen, die die Grundlage für Training und Therapie darstellen.

Vielfältige und differenzierte Assessments des Atemsystems

Welche biomechanischen und biochemischen Probleme treten bei Schwimmer*innen vermehrt auf? Wie teste ich sie und mit welchen Korrekturmaßnahmen optimiere ich die Dysfunktionen? Lernen Sie gezieltes Training der Atemnot (Optimierung der Biochemie) und Übungen mit dem Fokus auf biomechanische Leistungsreserven der Atmung.

Muskeltesting als wichtiges Tool in der funktionellen Diagnostik

Wie wende ich Muskeltesting faserspezifisch an? Wie kann ich Probleme in der Ansteuerung im Unterschied zu Kraftdefiziten manuell austesten? Welche Abfolge muss ich einhalten, um zu sehen auf welcher Ebene die Störungen beginnen? Der Muskel ist meist nur das Opfer…

Complex Joint Mobility

Sie lernen über 20 höchst effektive, komplexe Gelenkbewegungen, die das Kleinhirn besonders herausfordern – um eine saubere Gelenkkontrolle in möglichst vielen Bewegungspositionen zu trainieren, und um Balance in der neuronalen Aktivierung anzustreben.

Impressionen des Moduls 1 vom 22.-24.10.2021

im Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leizig:

Inhalte des NMFA – Level 2 Moduls:

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Orthopädische Tests für den Schultergürtel

Manuelle orthopädische Tests können einen großen Nutzen bringen, wenn sie korrekt und differenziert angewendet werden. Lernen Sie die neuronalen Hintergründe dafür, warum die Schwimmerschulter auf Dauer überlastet wird und welche Strukturen diese Spannungsmuster begünstigen. So können positive orthopädische Tests innerhalb von Minuten verbessert werden.

Fortgeschrittene Methoden zur Erfassung von neuromuskulären Störungen

Lernen Sie, wie Sie unterschiedliche Störungen im Körper nach einer Hierarchie ordnen können, um somit herauszufinden, welche Ebene für das Nervensystem des jeweiligen Menschen von größerer Bedeutung ist. Sparen Sie Zeit, indem Sie die unteren Ebenen nicht behandeln müssen.

Funktionelle Neurologie des Kleinhirns - Teil 2

Neben der komplexen Bewegungssteuerung hat das Kleinhirn weitere Anteile an der Regulation von Kognition, Emotion und Bewegungsvorstellung. Lernen Sie die Anwendung aktueller Erkenntnisse über das Kleinhirn zur Steigerung der Performance von Schwimmer*innen.

Visuelle Anteile der Bewegungssteuerung

Obwohl visuelle Fertigkeiten im Schwimmsport nicht die wichtigste Anforderung sind, spielen sie für das zentrale Nervensystem die mit Abstand wichtigste Rolle. Lernen Sie, wie Sie das visuelle System testen und in Trainings- und Therapieeinheiten integrieren. 

Nervenmobilisationstechniken

Die neuromechanischen Bedingungen können ein Leistungs-limitierender Faktor in der Übertragung von Kraft sein sowie die Muskelspannung maßgeblich beeinflussen. Das gezielte Testen der Sensorik sowie der Motorik von peripheren Nerven und das Lösen von Engpässen im Nervenverlauf kann auch für Schmerzmuster eine große und schnelle Linderung bringen.

Neurologische Haltungs- und Ganganalyse - fortgeschritten

Vertiefende Inhalte zur Haltungs- und Ganganalyse aus neurologischer Sicht. Lernen Sie, was Central Pattern Generators (CPGs) mit der Haltung zu tun haben, wie sie entsprechende Defizite am Gang erkennen und warum das Klein- und Stammhirn wesentlich sind, um auf Dauer einen guten Muskeltonus für die Beuge- und Streckermuskulatur des Körpers zu generieren.

Complex Joint Mobility - schwimmspezifische Anwendung

Vertiefende Anwendung der in Level 1 gelernten Kontrollübungen für jedes Gelenk im Körper. In Level 2 fokussieren wir uns auf die schwimmspezifische Anwendung, damit das Gehirn auch innerhalb von veränderten Lagebedingungen eine saubere Gelenkkontrolle absichern kann. 

Vestibuläre Anteile der Bewegungssteuerung

In welcher Lage befinde ich mich? Wo ist oben und unten? Wohin rotiert mein Kopf? Wenn vestibuläre Informationen nicht klar verarbeitet werden, hat dies bedeutsame neuronale Auswirkungen. Daher ist das Screening und Training des vestibulären Systems essentiell für maximalen Leistungsoutput in Bezug auf den Start, die Wende, die Atembewegung, technische Fertigkeiten sowie die Lage im Wasser.

Impressionen des Moduls 2 vom 08.04.-10.04.2022

im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg:

Inhalte des NMFA – Level 3 Moduls:

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Neuroplastizität - Die Grundlage der funktionellen Neurologie

Das Gehirn ist bis ins hohe Alter plastisch, also veränderungsfähig. Es muss nur die richtigen Reize bekommen. Genau dort liegt der Schwerpunkt in der Ausbildung NMFA Modul 3: es gilt das Konzept Neuroplastizität zu verstehen und mit differenzierten und individuellen Methoden anzuwenden.

Testung und Aktivierung des Stammhirns

Das Stammhirn reguliert neben dem Muskeltonus wesentliche autonome Funktionen, die für maximale Performance ebenfalls ausbalanciert werden sollten. Die Testungen und Regulationsmöglichkeiten des Hirnstamms über die Augen und Kranialnerven stammen vom Z-Health Konzept und gelten als die umfassendsten in der Welt der funktionellen Neurologie.

Integration von propriozeptiven, vestibulären und visuellen Trainings

Die in Modul 1 und 2 gesetzten Grundlagen wenden Sie nun auf eine noch spezifischere Art an. Lernen Sie die Kopplung von mehreren Reizen, was in der Neurologie als „Stacking“ bezeichnet wird. Stacking garantiert noch bessere Erfolge im Bereich Schmerzreduktion und der Geschwindigkeit der Anpassung, die das Nervensystem möglich macht.  

Neurologie der Atmung und Training der Atemhilfsmuskulatur

Wenn man die neurologischen Hintergründe der Atmung kennt, kann man gezielte Techniken anwenden, um dem Nervensystem biopositive Reize zu geben – dadurch sind enorme Steigerungen in der Atemleistung möglich. Lernen Sie zudem, wie die Atemhilfsmuskulatur sowohl biomechanisch als auch neurologisch optimiert werden kann, um die Performance auf ein neues Level zu heben.

Testungen der Hirnlappen und Regulationsmöglichkeiten für den Alltag und Schwimmsport

Der Neokortex ist diejenige Struktur, die uns neben dem Kleinhirn von den meisten anderen Säugetieren unterscheidet. Dafür gibt es gute Gründe, denn ein gut funktionierendes Großhirn ist ein wesentlicher Aspekt für maximale Leistung durch neuronale Gesundheit. Lernen Sie, Verhaltensweisen und Lebensstile neuronal zu interpretieren und mit spezifischen Tests und Drills auf den Kortex einzuwirken, um das Nervensystem Ihrer Sportler*innen auf eine Art und Weise zu beeinflussen, wie es bisher nur ein enorm kleiner Kreis an Coaches kann!

Besondere Problemstellungen bei Schwimmer*innen

Lernen Sie typische Probleme bei Schwimmer*innen im Bereich technische Entwicklung, Überlastungsprobleme sowie Körperbau-bedingte Hürden und wie Sie die funktionelle Neurologie nutzen können, um diesen Problemen entgegenzutreten. Je eher, desto besser, denn bereits im Kindes- und Jugendalter kann das Gehirn eine Handbremse aktivieren, wenn die neuronalen Rahmenbedingungen für Schwimmen auf Leistungsniveau nicht gegeben sind.

Die Ausbildungsseminare der „neuromotorischen Funktionsanaylse“ war für die Betreuung meiner Sportler*innen und Patient*innen eine der gewinnbringendsten Weiterbildungen, die ich je besuchen durfte. Vor allem die Mobilty-Screenings und die Haltungs- bzw. Ganganalyse werden mit Hilfe des neurologischen Hintergrundes auf ein anderes Niveau gehoben.  Durch die erlernten visuellen, vestibulären bzw. propriozeptiven Verfahren lassen sich erfolgreiche Lösungsansätze für orthopädische Probleme finden, die zumeist einfach nur verblüffend sind. So konnte ich zum Beispiel bei meiner Tätigkeit als Sporttherapeut einen Schwimmer von seinen monatelangen Achillessehnen-beschwerden befreien, indem wir sein Kleinhirn stimulierten.  Die Seminare bieten enorm viele neue Ansätze zur Verbesserung bzw. Behandlung von Schwimmer*innen, aber auch Athlet*innen aller anderen Sportarten.

Daniel Müller schafft es durch eine menschliche, kommunikative Art und Weise sein Know-How im Bereich der funktionellen Neurologie auch an den Laien adäquat zu vermitteln. Er möchte jeden Teilnehmer der Seminare in enger Betreuung mitnehmen und bietet im Nachhinein noch Konsultationen an, um alle offenen Fragen zu klären bzw. sich auch das Feedback zur Verbesserung seiner eigenen Arbeit einzuholen.

Tommy Kreutzberg

Sportwissenschaftler, ASEVIDA Rehazentrum Leipzig

In den ersten zwei Modulen der NMFA Ausbildung wird in sinnvoller Reihenfolge fundamentales Wissen der angewandten Neurowissenschaft vermittelt. Daniel versteht es sehr gut, praxisorientiert und beispielhaft komplexe neuroanatomische Vorgänge zu erklären. Teilnehmer aus verschiedenen Berufsgruppen (Trainingswissenschaftler, Physiotherapeuten) mit unterschiedlichen Vorkenntnissen werden auf Ihrem jeweiligen Wissenstand abgeholt und mitgenommen.

Die von mir betreuten Sportler profitieren enorm durch mein neu hinzugewonnenes Wissen. Besondern bei Athleten mit undurchsichtigen Leistungsdefiziten oder noch nicht genutzten Potentialen hilft mir der neurozentrierte Ansatz ein vielschichtigen und ganzheitlichen Therapie- oder Trainingsansatz zu finden.

Gemeinsame online Reflexionen und individuelle Coachings helfen den Lerninhalt zu vertiefen und Sicherheit in der Arbeit mit den Sportlern zu bekommen. Der sportartspezifische Transfer im Schwimmsport wird bereits in den ersten beiden Modulen der Ausbildung immer wieder thematisiert und sinnvoll in Diagnostik und Training integriert. Mit jedem Modul wird das Gesamtkonzept ergänzt; langsam formt sich das Wissen zu einem großen Ganzen. Modul für Modul lässt mich tiefer in die spannende Welt des neurozentrierten Ansatzes eintauchen. Meine Erwartungen für Level 3 sind deshalb noch mehr sportartspezifischen Input für ein maximalen Output in der Arbeit mit meinen Athleten zu bekommen.

Daniel Müller schafft es durch eine menschliche, kommunikative Art und Weise sein Know-How im Bereich der funktionellen Neurologie auch an den Laien adäquat zu vermitteln. Er möchte jeden Teilnehmer der Seminare in enger Betreuung mitnehmen und bietet im Nachhinein noch Konsultationen an, um alle offenen Fragen zu klären bzw. sich auch das Feedback zur Verbesserung seiner eigenen Arbeit einzuholen.

Tilla Dier

Sportphysiotherapeutin, Olympiastützpunkt Rhein-Neckar

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Daniel Müller NKT

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Sport- und Bewegungstherapeut und Trainer verbinde ich meinen Wissens- und Erfahrungsschatz aus neurobasierten Ansätzen und Natural Movement zu einer individuellen Herangehensweise, die auf hohe Bewegungsqualität abzielt, egal ob in der Therapie oder im Hochleistungssport. Ich kombiniere medizinisch-therapeutisches Wissen mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, einem breiten Verständnis für menschliche Bewegungen und Trainingslehre sowie einem bio-psycho-sozialen Modell von Gesundheit.